Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 18. Juli 1933 (Binz, Postkarte)


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Binz, 18.7.33.
M. L!  Als ich gestern 7 ¼ aus dem Hause ging u. noch bei Ankunft am Stettiner Bhf goß es so, daß wir die 8stündige Dampferfahrt nicht wagten. Wir fuhren also via Stralsund und machten in Putbus Station. Das hat sich recht gelohnt. Das Wetter war natürlich schön geworden, blieb allerdings sehr windig. - Alte vornehme (d. h. bescheiden norddeutsch - vornehme Zugabe zu Schloß u. Park = Putbus. Es gelang mir, Frl. Klostermann zu treffen, allerdings nur "nebenan" beim Kaffeebesuch! Sie fragte nach Dir. Übrigens sah sie nach der schweren Krankheit sehr gut aus, nur viel weniger geistig als früher. Um 6 Ankunft in Binz. Nach Suchen etc. kamen wir ¼ Stunde vor dem
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| Stettiner Dampfer an die Landungsbrücke, wo uns die 3 Kinder erwarteten. Abends kamen die 3 Damen noch in mein Hotel. (schwach besetzt, trotz bester Lage. Auf m. 75 Schritt langem Korridor 3 Paar Stiefel!) Heute ist es bedeckt, es nieselt, u. es ist die übliche labbrige Ostseelandschaft. Aber ich lerne auch dies Stück väterlichen Jugendschwarms <li. Rand> mal kennen.
Herzliche Grüße
Dein
Eduard.

[] Ich schreibe früh nach 8, deshalb kann ich <Fuß> noch keine Grüße bestellen.