Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 25. August 1933 (Partenkirchen, Postkarte)


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Partenkirchen, 25. Aug. 33.
M. L! Gestern Abend bin ich nach bequemer Fahrt in leeren Zügen hier eingetroffen. Bis zur Abfahrt habe ich noch viel gearbeitet und einiges abgeschlossen. Das Zusammensein mit Keyserling war anregend, nachher bei Nieschling. Viel bei Lubowski; außerdem bei Lothar Richter, beim Stahlhelmführer (bin nun drin) u. manchen andren. In wenigen Tagen ist unser 30jähriges Jubiläum. Aber wir müssen die Feier verschieben. Rein technisch (mit Rücksicht auf Ersparnis und Ausnützung des Billets) scheint mir am besten, wenn wir uns nach den ca 12 für hier geplanten Tagen entweder in Ulm oder in Augsburg für 2 Tage treffen. Bitte erkunde doch einmal die Gelegenheiten. - Hier war gleich eine große Schwierigkeit, insofern trotz aller "feinen" Winke Frau A. gestern im Hause eingetroffen war. Frau W. ist es eben mit einer mir nicht zu Gebote stehenden Geradheit gelungen sie zur Abreise am Montag zu bewegen. Das Haus ist noch gut besetzt. Ich werde von hier
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| nicht viel schreiben, weil ich Säcke voll unbeantworteter Briefe bei mir habe u. doch auch noch anderes tun will. Alles Wichtige also mündlich in Ulm oder Augsburg. - Ich habe mich ungern von Marja getrennt. Es ist doch nun wieder etwas da, was mich ans Haus bindet (Frau Rohde unbegreiflich.) D. Th. ist nach Stahnsdorf umgebettet. Marg., durch Zufall aufgeklärt, ist lebenswillig und in fortschreitender Genesung. Laß bitte Gutes von Dir hören. Herzlichste Grüße Dein Eduard.