Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Oktober 1933 (Fährschiff Drottning-Victoria, Postkarte)


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Fährschiff Drottning-Victoria
31.X.33.
17 Uhr.
M. L! Gottlob ist heut nicht solcher Sturm wie gestern. Es wackelt aber ein bißchen. Der Blick auf die gelblich-weißen Kreidefelsen mit rotem Wald u. schwarzem Gewölk darüber in der Dämmerung war unbeschreiblich melancholisch. - Die Nachricht von Oe. ist erschütternd. Was soll denn nun werden? Mir hat er seit meinem Vorschlag Ulm nie mehr geschrieben. Gib Du ihm doch mal den Tip, er solle sich bei der Türk. Botschaft in Berlin für Stambul oder Ankara zur Verfügung stellen. Aber fingiere irgend eine andere Stelle als mich als die Quelle. Ich muß nämlich ev. später als Auskunftgeber fungieren. Beides geht nicht zugleich.
Es wackelt jetzt recht unangenehm. Übrigens nicht nur das Schiff. - Ich reise mit fertigem Ms. Wohne Hôtel Carlton. <li. Rand> Briefe erreichen mich aber doch nicht mehr. - Felizitas habe ich gestern noch <re. Rand> einmal vergeblich erwartet. Christian Biermann war da.
<Kopf>
Viel herzliche Grüße Dein Eduard.
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[] Die Stelle, die sich wegen St. interessierte, hat schon wieder was bestellt. - Die Marina-Vorträge wünscht man nun auch in der Zentrale Berlin zu hören.