Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 25. November 1933 (Bahn Berlin/Weimar, Postkarte)


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Personenzug Berlin-Weimar 25.XI.33.
M. L! Ich bin auf der Fahrt zur Goethegesellschaft am Schluß einer anstrengend, auch aufregungsreichen u. in der üblichen Weise depremierenden Woche. Letzten Sonntag war ich 2 mal in Uniform u. Mantel unterwegs. Langemarkfeier im Zeughaus u. Kirchgang zur Fahnenweihe in Dahlem. Mittwoch war ich bei Eulenburg, gestern Freitag bei Schmidt-Ott, (Hr. v. Mendelsohn, Planck, Admiral Raeder, Schweizer Gesandte u.a.) Überall das Gleiche. Morgen komme ich um 16 zurück u. muß 20.45 zu Danteabend bei K. Hermine. Montag Kolonialvortrag mit Pr. Hubertus (cf. Kreuzlingen) . Der Besuch in den Vorlesungen hat vorläufig etwas zugenommen, während B. vor 10 Tagen nur noch 100 gehabt haben soll. Aber im Großen bleibt es das gleiche Bild. Johanna Richter war mit Eckart zum Abschied bei mir; gehen nach Canada. Die 2 Schulräte (Schr. u. Gans) hat ihr Schicksal erreicht. Schrödinger kommt nicht wieder. Marja immer heiter. Renate hat Keuchhusten - ein großes Ereignis! Sus.s Schwager im gleichen Amt nach Potsdam versetzt. Petersen hat mich besucht - ein Freundschaftszeichen. Delekat hat heut vor 8 Tagen in Berlin gesprochen.
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Von Stockholm seit m. Rückkehr nichts. - Eine mir wichtige Sache steht bevor. Hoffentlich wird sie. Am 6.XII. habe ich einen offiziell. Vortrag zu halten. Bis 10.XII. muß ich die Fortsetzung zum Artikel in der Internat. Ztsch. f. E. schreiben. Die 4 Vorlesungsgegenstände machen viel Arbeit. Kammergerichtspräsident a.D. hört zu. - Gib mir einen Rat, was ich in der Sache Oesterreich tun soll. Viel herzliche Grüße
Dein Eduard.