Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. Februar 1934 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel: 6.2.34>
M. L! Es kommen jetzt die schwersten Tage des Semesters. Deshalb rasch noch einen kurzen Gruß. Ursache: außer 7 Stunden mit Vorbereitung hier am Mittwoch ½ 9 Vortrag in Dresden. Am Donnerstag früh 7 Uhr Rückfahrt. 10 Uhr Kolleg. Abends Prüfungen u. Fakultätssitzung (Maiers Nachfolge). Vorbereitung auf 2 schwere Kollegstunden am Freitag.
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Jede Sorge, die denkbar ist, tritt auf. Am Montag war Franke noch in der Gedenkstunde für H. Maier, in der ich glaube, gut gesprochen zu haben. Am selben Abend erkrankt. Am nächsten Tage operiert: Darmschluß u. Darmverschlingung. Erst heute etwas beruhigendere Nachrichten. - Aus dem Brief an J. hast Du mehr herausgelesen als ich. Ich bin aber noch nicht einmal dazu gekommen es nachzuprüfen. Nach neuesten Eindrücken Ergebnis: liebend gern. In dieser Linie geht es weiter. Ich arbeite mit aller Kraft. Aber sie wird von fremden Bezirken her zur Hälfte konsumiert. Gestern war Geheeb hier. Verlegt seine Schule in Frieden nach der Schweiz. Haber +. Fakultät unerträglich. Seit Donnerstag unerklärlicher Rückgang im Besuch der Vorlesungen. Skiwetter? Ende der Korperationen? Nur ein, leider täglich kurzer Lichtblick: die kleine Marja, die schon so fein und hell sieht. Und eben dies erschwert das Projekt. An den Liebeserweisungen in Dresden werde <Rand> werde ich vermutlich endgiltig sterben. Privatlogis angeboten. Ich werde <Rand> erst in 8 Tagen wieder vernehmbar sein.
Herzlichst Dein
E.