Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. März 1934 (Zürich)


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Zürich, 6. März 34.
Mein innig Geliebtes!
Was habe ich, seit wir uns sahen, durchkämpfen müssen! Ich stand sofort vor dem Ernstfall.
Der Hauswirt ist sehr verständnisvoll. Er wird es nach meinem Vorschlag machen. Er ist noch nicht fertig. Wenn er fertig wird, geht es nach Bern; von dort an den neuen Rat, usw. Immer über Behörden, nichts an mich. Das scheint einwandfrei.
Der künftige Nachbar wollte schon über Gartenbenutzung reden. Das habe ich vorläufig abgelehnt. Es wird überhaupt zu viel geredet und geschrieben.
Der Vortrag, unter Qualen gehalten, war sehr wirkungsvoll. Gleich danach stand - die Linnert da. Heute um 8 telephonierte sie schon. Sie will durchaus zu Dir. Ich habe jedes Gespräch abgelehnt.
Das Leben ist sehr schwer. - Am 9.III. frage ich auf der Hauptpost in Luzern nach Briefen.
Innige Grüße Dein
E.