Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. August 1935 (Bamberg, Postkarte)


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Bamberg, 1. August früh.
M. L! Wir sind unterwegs. Die Sache hatte noch ihre Schwierigkeiten. In der Nacht zum Sonntag bekam ich rasende Zahnschmerzen. Dasjenige Objekt, das am meisten schuld war, konnte am Montag Vorm. von L.s Vertreter gezogen werden. (Unmittelbar danach Abschiedsbesuch von 5 Griechen) In der Nacht zum Dienstag entwickelte sich linksseitige Angina. Durch allerhand Medikamente habe ich sie bis gestern Mittag fortgebracht. So konnten wir um 12 abfahren, bis hier, wo für uns beide eigentlich nichts Neues zu sehen ist. Ich gedenke unsres Frühlingsaufenthaltes (1928?) u. repetiere die gemeinsamen Wege. Im Sommerschmuck ist alles freilich viel malerischer. Wir entdecken auch Höfe, die damals nicht gesehen. Heut um 2 weiter nach Kohlgrub.
Ich freue mich, daß Du mit Frau L. zusammen warst. Sie ist eine Romantikerin -
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| paßt sehr gut nach Heidelberg. Alfred ist des Vaters Schwärmerei. - Wie steht es mit den Bädern? Werden sie fortgesetzt? - Mit mir ist nicht viel los. Ich habe eine gründliche Abneigung gegen Streichorchester, ohne die Bläser zu lieben. Ob ich etwas in die Höhe komme? Bei uns waren noch Seitz u. Glasenapps, Elisabeth Borries, jetzt Frau Christ mit Mann u. Kind. Viel herzliche Grüße, auch von Susanne Dein Eduard.
[li. Rand] Bitte grüße Frl. v. Anroy.
[li. Rand S. 1] Sonnabend waren wir bei Schmidt-Otts.
[Kopf, S. 1] <von fremder Hand> Herzl. Grüße! Susanne.