Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. März 1936 (Marienbad/ Hotel Marienbader Mühle, Ansichtskarte)


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Mar., Hotel Marienbader Mühle, 19.III.36.
M. L.  Die Vorträge sind vorbei - der letzte in der tsch. Univ. war der schwerste. Auch in Prag sonst viel Liebes. Eisenlohr erzählte Näheres über den armen Kindermann. Anscheinend ist er nicht mehr. Wegen der bewegten Tage beiderseits sonst kein näheres Zusammensein. Mit dem lieben, sehnlich erwarteten Doppelbrief von Dir kam die Dahlemer Gesamtsendung, worin (sub 24.II!! freilich) die fernöstliche Sache aufs neue akut wird. Wir haben hier Ruhe, Ruhe, - gottlob, herrlichste Sonne; es liegt nur wenig Schnee. Schriftliches, ohnehin sehr vorsichtig hierher zu behandeln, würde uns kaum erreichen. Denn Sonntags hier keine Bestellung, u. am 23.III. müssen wir ev. früh heim.
<li. Rand> Ist der Katarrh vorbei? Ich bin gesundheitlich <re. Rand> trotz der schweren Nervenproben gut durch<Kopf>gekommen. Sus. kennt jetzt Prag besser als ich.
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<Kopf> Otto in Pr. veranstaltete einen Tee u. ein Diner, bei dem ich mehrere Kollegen <re. Rand> kennen lernte oder wiedersah. Der dtsch. Vortrag <li. Rand> sehr besucht, der andre weniger, aber relativ für gerade <Fuß> jetzt auch gut (200). Begrüßungsworte sprach der Sekretär v. Masaryk. Sonst Distanz.
<Fuß> S. grüßt sehr. x Goethe-Haus <entspricht einem x auf der Ansichtskarte>. Dein Eduard.

[Kopf, auf dem Foto] Ideell war Wien der Höhepunkt.