Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Dezember 1936 (Atami, Ansichtskarte)


Atami, am Meer, nahe Fujiyama. 23.XII.36. M.G! Heut sind wir für 3 Tage hier eingetroffen, an der sog. Riviera, etwas laut u. gedrängt am Bergland. Ein wenig Ruhe ist doch nötig. Draußen hängen Apfelsinen am Baum; ich war um 3 ohne Überzieher am Strand. Aber pktl. am 21.XII. war ein ekelhaftes Schneetreiben. Lieber Brief v. 30 XI (Nr. 5) mit Bild Deiner Wohnung ist vor 3 Tagen eingetroffen. Ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt geschrieben. Festessen sind noch weiter gegangen, vorgestern 12 Personen bei mir, darunter 7 Japaner. Einmal <li. Rand> ein vornehmes Frühstück, ganz japanisch, hockend, kein Möbelstück. Draußen 22° Cels! Gestern im besten Einvernehmen v. Kolb verabschiedet, der nach Darm
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|<unter dem Bild>stadt reist. Doch seltsam, daß er von Mitte Januar für einige Zeit so nahe von Dir (bei s. Vater) sein wird. v. D. noch immer krank. Haben Volksschule besucht (vor 1800 Schülern gesprochen), reizende Aufnahme. Weihnachts<oben im Bild>feier der Dtsch. Schule. Am 27.XII. wieder in Tokyo zu reden. Gute Ansichtskarten schwer zu <re. Rand> finden.
Nun ein inniges Gedenken zum Fest v. uns beiden.
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|<Kopf>
Dein recht vielbeschäftigter Eduard.

[Fuß] Grüße alle!
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| [im Bild] Auf der anderen Seite der Bucht Lichter wie Radolfzell.