Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 21. Februar 1936 (Heidelberg)


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Heidelberg. 21. Februar 1936.
Mein geliebtes Herz!
Nun bin ich also wieder im alten Nest und fand alles in Ordnung. Wider Erwarten, denn da in Jena über 16° Kälte war, fürchtete ich allerlei Frostschäden. Es war aber hier nicht so heftig und - im Gegenteil! - am Tage nach meiner Rückkehr war es so brühwarm, daß man beim Fensteröffnen meinte, draußen sei geheizt und am Nachmittag kam dann ein ganz kräftiges Gewitter, das viel Elektrizität rundum entlud, bei uns aber hauptsächlich wolkenbruchartigen Regen. Danach wurde es wie im Frühling, und heute haben wir Frost! So ist das jetzt in allem - unberechenbar.
Und da will ich nur gleich noch etwas anfügen was Dir launenhaft erscheinen wird: ich werde am 24. mit Rösel Hecht nach Oberschönbrunn fahren und den 25. dort oben wieder wieder das Fastnachtsrad erleben. Ich wäre nun ganz besonders froh, wenn ich Deinen Glückwunsch schon mit hinaufnehmen könnte, sodaß er - wie es mir doch immer das Liebste ist - am andern Morgen das Erste sein könnte, was mich begrüßt. Hoffentlich ist das keine zu unbescheidene Bitte, da ich doch eben erst die feine Drucksache von Dir bekommen habe. Vielen Dank für diese Freude! Ich habe gleich gestern abend begonnen zu lesen, und ich war ganz
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<Rest des Briefes fehlt>