Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 28. Dezember 1936 (Heidelberg)


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Heidelberg, am Bahnhof, 28.XII.36.
Mein geliebtes Herz!
Ein Brief wird dies nicht, aber es ist aus tausend Gründen nötig, daß Du endlich einmal wieder einen Gruß bekommst. Erstlich möchte ich Dir sehr herzlich danken für den lieben Brief, der pünktlich zum 24. da war. Ich habe ihn unter dem Tannenbaum gelesen in dem Zimmer, das Du Dir nun hoffentlich ein klein wenig vorstellen kannst. Ein größerer Umschlag von Susanne adressiert war schon früher gekommen und hatte bei mir die Hoffnung erweckt: Bilder von Eurer Reise zu erhalten. Es war aber das Kirschenbüchlein. Und heute nun, gerade als ich aufbrechen wollte kam die Post mit dem schönen Buch von Bälz - das freut mich ganz ungemein. Und so nimm für alles, alles meinen innigen Dank. Von dem Buch sprachen wir doch in Partenkirchen und ich schätzte es schon seit langem. Wie schön, daß ich mich nun von neuem in diese seine Darstellung Eurer Umgebung vertiefen kann.
Auch sonst hatte ich viel Liebes erfahren - auch Grüße aus der Ferne von Joh. Richter, Fr. v. Donop etc. Heute nun will ich auf einige Tage nach Schönbrunn, aber erst von dort sollst Du einen richtigen Brief bekommen. Heute nur die - eigentlich unnötige - Versicherung, daß ich Dein gedenke, immer, stündlich, daß ich in Gedanken Deinen Weg verfolge und daß meine segnenden Wünsche Dich begleiten immerdar.
Grüße Susanne herzlich.
In Treuen
Deine
Käthe.