Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. Mai 1937 (Kyoto)


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Kyoto, 19. Mai 37.
Mein innig Geliebtes!
Da morgen Posttag ist, ist es besser, wenn ich dies Geschmiere abschicke, statt Dich warten zu lassen. Noch einmal: ich habe mich sehr gefreut, daß Du Dornburg und Weimar gesehen hast. Schreibe mir doch, wie sich der Vorstand am neuen Ort einlebt und wie die Adresse ist. Mein Glückwunsch zum 2.II. ist wohl angekommen? Und dies wird etwa zum 3.VI. bei Dir sein.
Susanne hat in Yamanaka nicht gemietet. Wir haben aber für Juli und August ein Haus (!) in Hakone, dicht bei Kotsuka. Es fängt jetzt schon an, auf Heidelbergische Art schwül zu werden, ohne daß es zu Gewittern käme. Dürer - Menzel haben wir also eröffnet. Hoops war dazu hier, der schon wieder von Matthy gehört hatte. Sein Vater kommt im Sommer.
Susanne und ich haben für neue Vorträge mörderlich zu schreiben, und wir kommen garnicht zum Hauptziel hier: noch mehr zu sehen. Es gibt hier wirklich Herrlichkeiten in Natur u. historischer Kunst.
Wie steht es mit Deinen Finanzen? Wir hatten ja verabredet, daß Du das Sp.B. verbrauchst. Reicht es noch?
Heut also Schluß, weil noch sonst Briefe geschrieben werden müssen. Mit innigen Wünschen wie stets Dein Eduard.