Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 3. Dezember 1937 (Heidelberg)


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Heidelberg. 3. Dez. 1937.
Mein geliebtes Herz!
Also heut ist der große Vortrag! Ich habe den ganzen Tag daran gedacht. Es wird ein erfreulicher Anfang für Dich sein - trotz allem. Und inzwischen wirst Du wieder allerlei Fühlung gewonnen haben, vielleicht auch mit Franke. Was hören sie von ihrem Sohn?
Mir ist die Woche wieder sehr rasch verflogen. Der erste Advent in Schönbrunn war stimmungsvoll wie immer, und das Einvernehmen allerseits wie sonst. Ich ließ mir auch viel von der künftigen Wohnung erzählen, mit der sie sich allmälig auch etwas befreunden. Zu erreichen wird diese für mich nicht schwieriger und nicht kostspieliger wie jetzt, da ich allein nicht durch den Wald von Neckarhausen gehe, sondern mit der Post von Eberbach. - Wie ist es nun mit dem Fingerhut-Ofenschirm? Dein Umzug, zum April wäre die beste Gelegenheit, ihn wieder zu bekommen, falls Du wirklich Wert darauf legst. Aber ihr werdet das Haus jetzt übervoll haben mit den japanischen Dingen. Sind die Kisten da? Was meinst Du? - ? -
Morgen fährt Dr. Drechsler nach Berlin, und denkt eventuell Dich auch in der nächsten Woche einmal sprechen zu können. Er scheint jetzt wieder mehr Mut zu haben, es mit den Widerwärtigkeiten des Lebens
<li. Rand>
Grüße auch Susanne herzlich. Wie lebt Ihr Euch ein auf der alten Halbkugel, mit den neuen 200°.!? - Immer
Deine Käthe.