Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. August 1938 (Berlin, Postkarte)


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1. August 38.
M. L., Aus Deinem heute eingetroffenen lieben Brief, der mich herzlichst erfreut hat, kann ich ebensowenig wie aus Deinen Zeilen vom 22.7. mit Sicherheit entnehmen, ob Du meinen 12 Seiten langen Brief ungefähr vom 17. oder 18.7. erhalten hast. Für eine Karte darüber wäre ich Dir sehr dankbar. In dem Brief stand außer Berichten über unsre Unternehmungen und über Gretel auch etwas über unsren Reiseplan und die Hoffnung einer anschließenden Begegnung mit Dir. Wir fahren am 6. gleich in 1 Tage durch bis Zürich. - Das Packet muß inzwischen eingetroffen sein. Einen Brief habe ich gestern angefangen, aber wegen Müdigkeit noch nicht zu Ende
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| geführt. In den Tagesstunden muß ich immer arbeiten, d. h. unablässig schreiben. Fertig ist bisher nur zweierlei geworden. - Neulich war eine frühere ungar. Schülerin mit ihrem Schweizer Gatten bei uns, der Japaner Kamiya, das Ehepaar Schulrat Gans. Wir haben Pflug besucht, ein Mittagessen in der Japanischen Gesellschaft u. gestern Seitz bei Glasenapps. Auch Frl. Marquardt aus Tokyo war bei uns. Wann das Gretel wieder abtransportiert wird, ist nach 5 ½ Wochen noch immer unbekannt. (Pfaffenschlag <li. Rand> liegt an der Grenze. Was für unmäßige Hitze habt Ihr! <li. Rand S. 1> Hier bleibt es in mäßigen Grenzen. Bitte um die Adresse vom Vorstand u. v. Bolza. Heut müssen wir zur Beerdigung von <re. Rand S. 1> Borchardts Bruder in Stahnsdorf. Morgen mit Ottos (Prag.) Am 5. noch Kotsuka. Innige Grüße u. Wünsche
Dein Eduard.