Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. August 1939 (Heidelberg)


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Heidelberg R. 30.VIII.39
Mein geliebtes Herz!
Morgen ist der 31.! So haben wir ihn doch noch nie erlebt. Ich weiß, daß unsre Gedanken sich im gleichen Sinne begegnen.
Von Euch habe ich noch nichts gehört, aber ich hoffe, auch Ihr seid relativ gut angekommen. Der Maßstab und die Ansprüche haben sich eben verändert. Ich denke daran, ein Paket mit Kleidung an Euch zu schicken, für den Fall, daß wir hier fort müssen. Sollte ich nicht kommen, so schadet es nichts, denn ich habe hier auch genug. Sollte es nicht ankommen, so muß das verschmerzt werden.
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| In der Nachbarschaft ist alles in freundlicher Hilfsbereitschaft und im gleichen Sinne, wie wir es auf der Reichenau trafen. So war es auch sonst überall!
Wann und wie wir uns wiedersehen, können wir nicht wissen. Aber wir fühlen uns unlöslich vereint, was auch komme, und ich möchte dir nur heute noch einmal sagen, wie mein Herz erfüllt ist von Dank für das unendlich reiche Leben, das du mir geschenkt hast.
Grüße Susanne herzlich und sei Du selbst in immer gleicher Liebe umarmt von
Deiner
Käthe.