Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. März 1940 (Berlin)


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27.III.40.
Mein innig Geliebtes!
Ich bin ein bißchen unten, eigentlich ganz weit unten, physisch, seelisch, moralisch, und mit mir selbst wie den Nächsten zerfalln. Da sende ich Dir diese Briefe meines besten wissenschaftlichen Interpreten - nur einmal in Wien gesehen - "einstweilen", bis auf bessere Zeit.
Heute waren wir bei Meineckes zum Tee beim Wiedererstandenen - so muß man wohl sagen. Die Tochter Rabel hatte auch Adele Henning besucht.
Statt Radium solltest Du ein Vitaminpräparat nehmen, das jetzt alle Welt beflügelt.
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| Cebion (100 Tabletten = 8,40 M.) Ich würde es Dir schicken. Aber hier wird es schon selten, weil das Rezept grassiert. Ich sende den Betrag baldigst mit anderem. Dort ist es vielleicht noch nicht so ausverkauft.
Burckhardt: Die Zeit Konstantins des Großen, hat mich vollends krank gemacht. Ich muß mich fürs erste verbergen. Denn ich bin unleidlich und "es" ist unleidbar. Habe Nachsicht. Dein entschatteter Schatten
Eduard.