Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Januar 1941 (Berlin)


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31.I.41.
früh.
Mein innig Geliebtes!
Ich kann die Straße, in der der Vorstand wohnt, absolut nicht behalten. Deshalb bitte ich Dich, diese Karte am Sonntag mitzunehmen, falls sie bis dahin schon angekommen sein sollte. Aus Dankbarkeit nenne ich Dir auch den Geburtstag der Wingeleit, 4.II., Roppenplatz 11.
Sehr herzlichen Dank für Deinen lieben Brief, der mit diesem Zettel nicht etwa beantwortet werden soll.
Am Tage meines letzten Briefes, ehe er abging, war Susanne bei furchtbarem Glatteis und Dunkelheit recht unangenehm auf den Stufen der Post gefallen. Bewegungsfähigkeit war nur wenig behindert. Aber die Schmerzen dauern bis heute (9. Tag) an, und die Stimmung war sehr beeinträchtigt.
Wir haben es hier so kalt bei starkem Wind, daß ich wieder unten
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| arbeiten muß. Zum Spazierengehen kommt man unter diesen Umständen "erst recht" nicht.
Sonntag waren wir bei Wallners. Da war es recht nett. Klaus ist still geworden und ist gewachsen. Das zweijährige Schwesterchen ist entzückend heiter.
Aber ich will dafür sorgen, daß dieser "Brief" fortkommt. Sei vorsichtig mit deiner Gesundheit und verschiebe Deinerseits die Reise nach Jena, bis die Verkehrsverhältnisse sich einigermaßen gebessert haben.
Innige Grüße
Dein
Eduard

[] Ich bitte um die ehrliche Zigarrenrechnung (ehebaldigst!)