Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. Juli 1941 (Berlin)


[1]
|
19.7.41.
Mein innig Geliebtes!
Vom langen Briefschreiben halb blödsinnig geworden, sende ich Dir anbei nur 2 bezeichnende Briefe von anderen.
Soeben kam die Nachricht vom Tode unsres lieben Welte. Wohl Ihm Wir wollen die schöne Begegnung von 1939 in hellem Gedenken behalten. 28 Jahre war Er mit uns verbunden. Die Welt, aus der Er und wir hergekommen sind, besteht für andere nicht mehr. Für und mit uns wird sie immer bestehen.
Susanne hat Dir eben eine Karte geschrieben. Dein Zug ist gut. Aber Du wirst wohl in Würzburg mindestens umsteigen müssen (?) Nimm ja II. Kl. Wir werden Dir noch schreiben, ob wir am 6. oder 7. reisen. Denn meine Schwedenfahrt ist noch nicht genau festgelegt. Vor dem 2.VIII komme ich vielleicht nicht zurück. Aber ich habe wenig
[2]
| Neigung, abgebrochene Arbeiten noch vor Marienbad abzuschließen. Das hat jetzt alles Zeit. Reisen wir am gleichen Tage, so treffen wir wohl uns auch in Eger den gleichen Zug. Da wir alle Bescheid wissen, ist alles ja sehr einfach. Nur bezeichne den aufzugebenden Koffer recht genau und sicher.
2 Semesterleistungen habe ich schon geschlossen. Die 3. folgt am Mittwoch. Solche geordneten Semester kommen nicht wieder. Japans Haltung sehr unklar. Ein Kriegsschiff soll die Japaner hier abholen, wenn es geht. Was bedeutet das?
Ich bin nun wirklich am Rande, muß aber morgen anfangen, die 60 Schreibseiten Text für Båstad herzustellen.
Dies nur in Eile.
Dein
Eduard.