Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 9. Februar 1941 (Heidelberg)


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Heidelberg. 9.II.1941.
Mein geliebtes Herz!
Dem kurzen Gruß zum Sonntag kommt heute ein ebensolcher nach, denn es ist mir klar geworden, daß ich neulich allerlei verwirrt habe. Ich bin froh, daß Du noch nicht nach Stettin mußtest, und will nur hoffen, daß Ihr in Berlin nun auch mildes Wetter und ruhige Nächte habt. Wie geht es Susanne? - Hier ist der Schnee völlig weg, statt dessen haben wir die Grippe, sodaß die Schulen bis zum 17.II. geschlossen sind. -
Auch den gewünschten Zettel mit der Berechnung der Cigarren habe ich neulich vergessen, und nun lege [über der Zeile] schreibe ich gleich auch dazu, was ich erst morgen als Postgut abschicken werde: ein Kästchen mit
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| 50 Cigarren zu 15, und 18 Stück zu 18, die ich so dreierweis ergattert habe. - Zugleich packte ich in den Kasten eine Kleinigkeit für Susanne zum Geburtstag, die Du ihr, bitte, dann geben willst, und einige Kekse für Dich, selbstgebacken, und dazu 6 gute Eßäpfel. Sie sind heilsam gegen Grippe! Ein Kistchen bei Volk gäbe es jetzt erst wieder im April!! Wenn ich wirklich nach Jena komme, würde es ja ohnehin eine Pause geben. Vorläufig verlautet noch nichts von dort.
Mein Husten ist jetzt 14 Tage alt und ich habe ihn leidig. Er verurteilt mich zur Menschenscheu, denn Sprechen reizt ihn sehr. Gestern nacht um 4 war mal wieder Alarm, aber es blieb nordwestlich. - Sorge habe ich um Mädis Jungen, der ernstlich krank ist. Es tut mir auch so leid, daß ihnen der schöne Aufenthalt dadurch so schwer gestört wird. - - Schreibe mir bald, daß Ihr gesund seid, und grüße Susanne.
<li. Rand>
Es grüßt Dich innig
Deine Käthe.