Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Juli 1941 (Heidelberg)


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Heidelberg. 24.VII.1941.
Mein liebes Herz!
Einen kurzen Gruß möchte ich der Cigarrensendung doch beifügen, wenn ich auch eigentlich nicht zum Schreiben fähig bin. Es macht sich doch eine große Müdigkeit fühlbar, da wir mal wieder einige Nachtstunden für Alarm opfern mußten. Über Deinen lieben Brief war ich froh, und ich zähle schon die Tage bis wir endlich wieder mündlich verkehren können. Möchte nichts dazwischen kommen! Man ist ja allmälig ziemlich schwarzseherisch geworden; aber umso mehr hat man den Wunsch, dem Leben noch einige Sonnentage abzugewinnen. - Was
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| der Brief von H. Sch. meldet, entspricht ganz dem Bilde, das auch hier die heutige Situation bietet. Nur daß speziell Heidelberg noch nicht an der Reihe war. Und was die Fronten angeht, so ist wohl nun Amerika auf der Seite des Pacifik nicht mehr behindert und kann sich gründlicher mit uns beschäftigen. -
Wann wirst Du abreisen für den Vortrag in Schweden? Kennst Du Kopenhagen schon? Wirst Du Dich dort etwas umsehen oder wieder nur glatt durchfahren? Du mußt ja meist auf Deinen Reisen alles nur dem Zweck opfern!
Ich begleite Dich mit meinen guten Wünschen und grüße Dich und Susanne herzlich. Noch zwölf Tage, dann hoffe ich Dich zu sehen!
Immer
Deine
Käthe.

[li. Rand] Der Inhalt dieses Kästchens ist sehr verschiedenartig, bis auf den Grund untersuchen!