Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. Februar 1942 (Berlin, Postkarte)


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6.II.42. abends.
M. L!
Wenn Du Lust hast, schreibe doch noch einen rückdatierten Glückwunsch zum 75. Geburtstag an Prof. Dr. Max Dessoir, Berlin W30, Speyerer-Str. 9. - Der Februar entwickelt sich plötzlich recht arbeitsreich durch 2 Umstände: Wir mußten für den 11.II. die Mittwochsgesellschaft übernehmen. Dazu muß in aller Eile ein Vortrag über den "Philosophen v. Sanssouci" fertig gemacht werden. Ebenso war eine Zusage für einen Vortrag in Prag am 22.II. (Zwei Auffassungen v. d. Philosophie) nicht mehr abzuwälzen. Das bedeutet, daß - hoffentlich wir - am 21.II. nach 2 Vorlesungen um 5 Uhr abfahren, bestenfalls um Mitternacht eintreffen und - wenn Schlafwagen zu haben ist, am 24.II. früh wieder eintreffen. Im Hinblick auf einen 70. Geburtstag ist mir diese Zeiteinteilung höchst unangenehm. Aber die eigentliche Feier müssen wir doch verschieben, und die dafür bestehenden Pläne glücken hoffentlich trotz der Weltumstände u. der Kraftverhältnisse. Wir beide haben wieder einen recht starken Schnupfen, aber neue
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| Kohlen - ein kaum verdientes Glück. Vor wenigen Tagen kamen 2 Briefe aus Japan, noch aus dem Oktober, einer von Schinzinger; heute einer von Louvaris.x) [li. Rand] x) furchtbar! Heute Mittag war Frau Conrad aus Althof da. Der Kollege Winkler (erhoffte Zukunft) u. Unger in Göttingen sind gestorben. Es wird immer leerer. Weiteres kann ich hoffentlich noch vor der leidigen Prager Reise schreiben. Heute traf ich Frau Kundt in der U.Bahn. Viele gute Wünsche, vor allem warme Wünsche. Dein
Eduard.