Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. Juli 1942 (Berlin, Postkarte)


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1.VII.42.
M. L! Meinen Brief, der gegen Deine lieben Worte so prosaisch war, hast Du erhalten. Seitdem habe ich reichlich ½ Tag im Bett gelegen, heute aber doch schon gelesen. Die 500 Antworten drücken natürlich auch auf die Seele. - Es ist gut, daß Du so energisch den 1. Schritt zur Reise getan hast. Der modus hat meinen Beifall. Wenn es nicht mit der Verpflegung Schwierigkeiten gibt, würde ich vertrauensvoll sagen: "Es soll Dein Schade nicht sein."
Das alte Haus in der Rohrbacher berührt mich sehr heimatlich. Es war auch für mich eine Heimat.
Heute komme ich noch einmal mit der Frage wegen Sabine. Sie hat nichts für Ihren Urlaub im August gefunden. Wäre so etwas denkbar: ein Zimmer für 14 Tage in einer Familie oder in einer kleinen Pension? Essen müßte sie in Restaurants. Sie ist bildungshungrig und würde viel unterwegs sein (Neckartal, Speyer, Schwetzingen etc.) Vielleicht kannst Du trotz der Reisevorbereitungen diese Frage noch einmal erwägen. Ich würde ein Gelingen für Sabine sehr begrüßen, weil sie jetzt in einem Stadium ist,
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| wo sie von solchen Eindrücken viel hätte. Preis ist nicht so entscheidend, ich könnte etwas drauflegen.
Es flutet noch immer mit Briefen so herein. Heute kommt Frau Biermann, hinterher Mittwochsgesellschaft, nächste Woche Akademievortrag.
Vielen Dank für Deinen lieben Brief. Das Gebackene ist bereits in Verwendung. Herzliche Grüße, auch v. Susanne.
Dein
Eduard.