Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. April 1942 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 24.IV.42.
Mein liebes Herz,
kein Brief, nur ein Gruß zum Sonntag soll dies sein und die Meldung, daß ich heut für 3 Tage zu Kohlers gehe. Gestern schrieb Gertrud, ich solle doch kommen übers Wochenende, und da es in acht Tagen wegen des 1. Mai weniger paßt, entschloß ich mich rasch. Zudem ist es ja solch wundervolles Frühlingswetter, daß es wirklich hinauslockt. Allerdings gehe ich damit dem Frühling etwas aus dem Wege, denn in wenigen Tagen wird die Pracht der Blüte vorbei sein. Sie ist eben auf der Höhe.
[2]
|
Wegen eines Überfalls in Berlin brauchst Du, mein geliebtes Herz, so schnell noch nicht in Sorge zu sein. Vorläufig fehlt noch einiges dazu; z. B. die Kennkarte, und dann die nähere Verabredung mit meiner Schwester. Da Ruges ja jetzt in Urlaub sind, vermute ich ja, daß sie in der nächsten Zeit zu Haus sein werden, aber ob dann ein Besuch gerade paßt - wer weiß! Also warten wirs ab und seien wir auf alles gefaßt!
Ich grüße Dich sehr herzlich. Es ist ein Wetter wie für die Reichenau und bald werden auch schon die Kastanien ihre Kerzen aufstecken!
Viele Grüße auch an Susanne. Ob in Eurem Garten schon was blüht?
Von Herzen
Deine
Käthe.