Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 14. Dezember 1942 (Heidelberg)


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Heidelberg. 14.XII.1942.
Mein liebes Herz!
Susanne und Dir wünsche ich schöne ungestörte Feiertage. Da es nichts einzukaufen gibt, wird es wohl diesmal ohne Hetzerei abgehen und die Neujahrsschreiberei beginnt doch erst nach dem Fest. Es ist ja eine Vereinfachung des Lebens, wenn man nichts zu verschenken hat, aber ich empfinde es doch schmerzlich. Und ganz ohne das geht es auch wirklich nicht wenn freilich bei allem nur die Prosa das Wort hat. Ihr werdet doch vielleicht spüren, daß auch herzliche Liebe dabei ist, und daß ich Euch das Dasein ein wenig "versüßen" möchte.
Also am 24. begegnen sich unsere Ge
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|danken, möchte es das letzte Weihnachten im Kriege sein und das nächste uns wieder aufatmen lassen. Das ist mein größter Weihnachtswunsch! "Friede auf Erden" - kann man sich das überhaupt noch denken?
Aber darum soll es umso mehr heißen: Friede im Herzen, und Friede zwischen uns. Und da kann ihn uns niemand rauben!
Seid alle beide herzlich gegrüßt!
Wie immer in treuer Liebe
Deine
Käthe.