Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 21. Dezember 1942 (Heidelberg)


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Heidelberg. 21. Dez. 1942.
Mein geliebtes Herz!
Hier kommt nun also noch der übliche Kalenderblock, wenn auch sehr kriegsmäßig in Ausstattung und - leider auch Ausführung. Ich hätte es gern besser gemacht, aber Feder und Papier waren widerstrebend und Hand und Kopf auch. Denn was möchte man eigentlich diesem kommenden Jahr alles als Leitspruch mitgeben und doch kommt man immer wieder auf das carpe diem zurück. Möge es Dir beschieden sein, diese Tage voll und befriedigt auszuschöpfen und von Deinem Reichtum weiterzugeben. Die augenblickliche Konstellation mahnt wohl ein wenig an Vorsicht, denn die Sonne der Gnade ist eine Aprilsonne,
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| aber das Gute bleibt eben, daß Deine Welt davon nicht abhängig ist. So kannst Du ruhig und klar Deinen Weg weiter gehen, denn es ist die Welt der "Heimat".
- Ich hoffe bald zu erfahren, wie Ihr die Ferientage verleben wollt und hoffe, daß sie ohne Störung und in weihnachtlicher Stimmung verlaufen werden. Grüße Susanne herzlich, der ich heut nicht besonders schreibe und sei selbst innig gegrüßt im Gedenken an viel schöne gemeinsame Weihnachtszeiten!
Deine
Käthe.