Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. Januar 1943 (Berlin, Postkarte)


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24.I.43.
M. L! Heute früh kam Dein l. Brief vom 22.I. Ich bitte Dich sehr, den Stirnhöhlenkatarrh sorgfältig auszukurieren. Immer warme Säckchen von außen, so lange die Stelle schmerzhaft ist. - Bei mir handelt es sich um eine schwerere Sache, wie ich von Anfang an vermutet habe. Das Fieber ist zwar runter (jetzt um 37°), der Flüssigkeitsbefund gebessert. Aber es ist eine Art Nierensache. Kurzrock, der 3 mal bisher hier war u. sehr sorgfältig ist, nannte es Nierenbeckenentzündung. Gestern brach Sauerbruch freundschaftlich unvermittelt herein. Er nannte es Nierenentzündung; die rechte Niere sei vergrößert; das gehe aber zurück Ich soll jedoch noch 8-10 Tage im Bett bleiben. Behandlung gaben beide gleich an u. ist mit Erfolg im Gange. Viel Wärme der Niere. Aber an Wollsachen fehlt es nicht, herzlichen Dank. Nächte lang u. angreifend. Gottsei
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|dank seit dem 17.I., wo Dahlem schwer betroffen wurde, ohne Alarm. Pflege für Sus. sehr anstrengend, zumal der ganze Sekretärsdienst mit dranhängt. - Wein streng verboten, wie alles Fleisch u. Gewürzhaltige. Der private u. der sonst. Ausverkauf ziemlich gleichzeitig. - Mögen Dir viele Kunstschriftpuffer beschieden sein! In stetigem u. treuem Gedenken Dein
Eduard.

[Kopf, S. 1] Emmy verspricht heute, sie wolle uns dies Jahr unter allen <re. Rand> Umständen aufnehmen.