Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. Februar 1943 (Berlin/Dahlem)


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8.II.43.
Mein innig Geliebtes!
"Den lieb' ich, der Unmögliches begehrt". An Futter fehlt es hier nicht, aber an einer Kaffeekanne. Die für 2 Personen hat Susanne kürzlich zertäppert. Wenn so etwas noch zu haben wäre, so würde ich es gern Susanne zum 19.II. schenken. Aber ich kann mich nicht auf die Suche begeben. In Heidelberg gibt es wahrscheinlich auch nichts mehr, aber Du könntest ja schandenhalber bei Kochenburger oder sonst (?) einmal fragen. Das Ding war ganz weiß, m. W. von Rosenthal, ohne Muster, nur etwas an den Rändern reliefartig. Aber das Aussehen wäre auch gleich. Findest Du etwas, so laß es bitte gleich schicken.
Ich bin schon 6-7 Stunden am Tage auf. Es
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| geht normal, aber langsam voran. Schlaf ist noch schlecht; jedoch mache ich vom erlaubten Wein noch keinen Gebrauch. Appetit gut; gestern ein Hühnchen.
Frl. Dr. Jung und Franke waren gestern da; viel Besuch kann ich noch nicht brauchen. Aber ich lese schon etwas und bestaune die Straße. Mittwoch habe ich ein Doktorexamen. Sonst wüßte ich nichts zu berichten.
Viel innige Grüße und Dank für ev. Bemühungen. Dein Eduard.