Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 17. Mai 1943 (Berlin, Postkarte)


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17.V.43.
M. L!  Der tiefe und reine Mensch, Dr. Egon Kaftan, ist nun auch Seinem bei Woronesch erhaltenen Lungenschuß im Lazarett bei Dresden erlegen. Morgen werden wir zu Seiner Trauerfeier gehn. –
Wir hatten in der letzten Woche dreimal kurze Alarme, so auch diese Nacht. In Berlin scheint nur das 1. Mal etwas geschehen.
Emmy Frommherz hat geschrieben, sie werde es "unter allen Umständen möglich machen". Dies kann sehr leicht als Ausquartierung gedeutet werden. Wir müssen das "Wie" noch näher überlegen.
Gestern war ich wieder bei dem Buchhändler Döring, der das Augenlicht noch (!) nicht wiedererlangt hat. Auch General v. V. bleibt auf einem Auge blind.
So gibt es immer weniger Gutes zu melden. <re. Rand> Frl. Zangenberg brachte Briefe u. pers. Nachrichten von Louvaris u. Paleologos
<Kopf> Wenke hat Tochter Ursula
<li. Rand>
Bleibe Du gesund! Innigst Dein
Eduard.