Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. August 1943 (Freienwalde, Postkarte)


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<diese Postkarte ist kaum lesbar – vor allem S. 2 – deshalb nur bedingt korrigiert>
Freienwalde, 24.8.43. auf einer Bank
M. L! Heute bin ich allein nach F. gefahren und habe Hrn. Thilo besucht. Die Stimmung ist etwas bedrückt. Denn diese Nacht hatten wir 3 St. Alarm, dem wir erst keine Bedeutung beilegten, weil man kein Schießen hörte. Aber schon um 9 hörten wir durch militärisches Dienstgespräch "es war hart." Vorwiegend muß der Westen betroffen sein; in der Bahn wurde Steglitz genannt. Es kann lange dauern, bis man Näheres über Freunde u. das Haus hört. Davon hängen ja nun auch alle Pläne ab. An sich wollten wir am 1. oder 2.9. nach Schloß Hardenberg (über Müncheberg-Mark.) Wenn Du nichts anderes vorher hörst, adressiere bitte dorthin vom 30.8. an. Ich denke an Ulm u. Blaubeuren. Damals fing das Bündnis an. – Hier ist es friedlich. Gestern kam Abkühlung, mit ganz wenig Regen. Vorgestern waren wir bei Glut auch hier zu vieren im Walde (mit Frl. v. Kuhlwein.) Die Fahrt ist immer sehr umständlich. Aber sie allein
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| führt in Schatten. Ob ich zum Gedenktage pünktlich schreibe, dies Äußere hängt von den Ereignissen ab. Aber wie ich daran denke, so wie 1913, 1923, 1933 weißt Du. Welche Wandlungen in der Welt. Innigste Grüße
Dein
Eduard.