Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 18. Februar 1943 (Heidelberg)


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Heidelberg. 18.II.43.
Mein liebes Herz.
Wenn das Packet auch nicht mehr zur rechten Zeit ankommen kann, so hoffe ich doch, daß es "zurecht" kommt, das heißt: willkommen ist. - Ich habe in einem Geschäft, wo ich als Kunde bekannt bin, wirklich eine Kanne bekommen: nicht Rosenthal-Porzellan, sondern Fayence, nicht weiß sondern gelblich, nicht für 2 Personen, sondern 3-4 - aber sonst ganz nett. Sollte sie Euch nicht passen, oder Ihr schon eine haben, nehme ich sie gern zurück.
Nachher will ich das Packet fertig machen, und es geht dann immer noch vor dem 19. ab; eher war es nicht möglich, da ich erst Montag abend von Dielbach kam, und mir am Dienstag das Objekt erst für den nächsten Tag versprochen wurde. -
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In Dielbach und auf der Fahrt im Auto habe ich manche Einzelheit gehört, die mich erschütterte. Es gehen auch allerlei Gerüchte um, an deren Wahrheit man zweifeln möchte. Sehr erfreulich waren Gespräche mit Otto über die Schwierigkeiten, den Unterricht bei der knappen Zeit sinnvoll und erfolgreich zu gestalten; ich muß dann oft denken: wie schade, daß Ihr nie zu einer behaglichen Unterhaltung zusammen wart. Du hättest Freude an ihm und er könnte Anregung bei Dir haben. Der möglichen Einberufung sieht er mit Fassung als dem kleineren Übel entgegen. - Daß Zusammensein mit der Familie war wieder sehr hübsch und ich habe auch etwas Reales mitgebracht in Gestalt von [über der Zeile] Rapsoel Mehl und 2 Eiern. - Hast Du die kleinen Kuchen und das Kästchen für Susanne bekommen? Ich hoffe sehr, bald mal wieder von Dir zu hören , und hoffentlich Gutes. Sei innig gegrüßt und grüße auch Susanne von mir.
Deine Käthe.

[li. Rand S. 1] In dem Karton kann vielleicht auch der Blechkasten von den Plätzchen zurückkommen.