Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. März 1944 (Neu-Hardenberg, Postkarte)


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Neu-Hardenberg, 23.III.44.
M. L!  Meiner letzten Sendung konnte ich nicht einmal einen Gruß beifügen; es war vor der "Reise" zu viel zu tun. Wir sind am Montag Nachm. nach ganz guter Fahrt von 2 St. hier angekommen. Es ist leider noch recht kalt, 2 Tage Aprilwetter mit Schneestürmen; heute liegt sogar wieder Schnee. Wir hatten schon 2 mal Alarm, der hier mit dem Horn gegeben wird und nur für Geübte zu hören ist. Er regt hier weniger auf. Ich habe sogleich mit der Lektüre für einen Gedenkaufsatz zu Riehls 100. Geburtstag angefangen (27.IV.), für den es schon reichlich spät geworden ist. Ein Brief folgt bald. Heute sende ich nur dies Zeichen täglichen Gedenkens voran, in der Hoffnung, daß Du gesund bist und nicht zu oft gestört wirst. Im Hause waren außer uns bisher nur 3 - jetzt <li. Rand> 2 Gäste. Dies Schloßleben mit seinen ganz anderen Brennpunkten hat einen großen Reiz. Sehnsucht nach R. bleibt trotzdem. Viele <re. Rand> Grüße auch von Susanne Dein Eduard.
[Kopf] Student hütet das Haus, da Ida in Breslau.