Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. Mai 1944 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


[1]
|
Dahlem, 8. Mai 44
16 Uhr.
M. L. Heute hat mich der Alarm auf dem Stettiner Bahnhof gefaßt. Ich blieb in einem Tunnel der S-Bahn, 45 Stufen unter dem Straßenniveau. Aber auch dort spürten wir die gewaltige Erschütterung durch Bombenwürfe. Ich habe dann die Fahrt nach Stettin aufgegeben. 2 Stunden habe ich wieder bis nach Hause gebraucht, wo nichts geschehen war. Um so mehr im Norden und Osten, (auch noch von gestern Verkehrstörungen.) Das Ganze kein Vergnügen bei kaltem Wetter und einer Wurzelhautentzündung. Deine Schwester hat sich heut teleph. nach Dir erkundigt, weil sie seit langem keine Nachricht hat. Ich habe Dir gestern einen <li. Rand> Brief geschrieben. Innige Grüße von uns beiden. Dein Eduard.