Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Juni 1944 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


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Dahlem, 12.6.   8½.
M. L!   Nein, man gewöhnt sich nicht daran. Wir haben jetzt 3 Nächte hintereinander Vollalarm gehabt. Heute früh fiel eine schwere Bombe [über der Zeile] Luftmine 200 m von uns, hinter dem Museum. Die meisten Fenster auf der Straßenseite sind entzwei, das Dach aufs neue beschädigt. Die Nerven natürlich auch. Ich nehme an, daß Du nicht die Absicht hast, mich zu ärgern. Dann mußt Du solche Sätze wie den mit der "Angstmacherei" vermeiden. So redet nur jemand, der die Realität immer noch nicht kennt. – Sehr dankbar bin ich für die höchst wohlschmeckenden Cakes. Ich genieße sie (habe sie .....) mit besonderer Freude verzehrt und genossen. Die Frage wegen des Fructamin ist bereits von Sus. beantwortet: es enthält Eisen, das ich nicht assimiliere. Deshalb bevorzuge ich Lebertran, solange ich ihn habe. Das F; für das ich nochmals herzlich danke, wird später an die Reihe <li. Rand> kommen. Dextropur nehme ich regelmäßig. Innige Grüße Dein Eduard.
[] [re. Rand] Es kommt jetzt für mich eine sehr besetze Zeit.