Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. November 1944 (Berlin/Dahlem)


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Dahlem, den 30. November 44.
Nr. 6.
Mein innig Geliebtes!
Heute nur ganz kurz! Ich habe von Dir vorgefunden:
1)   Brief an Susanne, geschr. 16.XI.,eingetroffen 22.XI.
2)      "   an mich von 20.XI.,       "          24.XI.
3)      "   vom 24.XI.       "          30.XI.!!
4)      "   vom 26.XI.       "          29.XI.!!
Ein Brief, Antwort auf meinen vom 15. u. 16. XI., den ich vermißt glaubte, ist wohl der vom 24.XI, der also erst nach Nr. 4 eingegangen ist. Ich halte es für möglich, daß die Strecke über Frankfurt besonders schlecht funktioniert. Versuche es doch einmal über Würzburg und zwar so, daß Du verschlossen u. frankiert
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| sendest an Dr. Paul Matussek, Würzburg, Jahnstr. 1. Dieser junge Mann, ein mir lieber und sehr zuverlässiger Schüler, ist gestern instruiert worden, daß er Deine Sendungen so schnell wie möglich weiterleitet. Wir wollen uns schreiben, solange es noch geht. Heute Abend aber bin ich für weiteres zu müde. Es kam mir nur auf diese technische Sache an.
Am 28.XI. waren wir als Trauzeugen bei Bernau zur Trauung eines Japaners, der bei mir promoviert hat. Seine Kenntnisse waren nicht so weit vorgeschritten, wie seine Ehe, die er auf Grund von Dispens eben doch mit einer – Deutschen schließen konnte.
Es ist enorm viel zu schreiben, und es wird mir doch noch schwer. Innigste Wünsche und Grüße, auch von Susanne! Dein Eduard.