Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 7. Januar 1944 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. 7.I.44.
Mein liebes Herz,
heute war wieder starker Alarm um die Mittagsstundex [Kopf] x und nachts um 3 Uhr nur Voralarm. und es ist offenbar auch Mannheim wieder mitbetroffen. Drum will ich dir lieber gleich ein paar Zeilen schreiben, damit Du beruhigt bist. Du sorgst immer so gut für mich mit Nachricht nach jedem Angriff, aber da ist es auch jedesmal der Mühe wert zu berichten. Ich erlebe ja immer in Gedanken noch nachträglich mit Entsetzen die Nähe der großen Gefahr. Und fürchte mich schon vor der nächsten. Hier aber ist es noch völlig unbedenklich, und ich glaube, wenn Du in der Zeitung liest: Mannheim, kannst Du völlig unbesorgt sein. Voll Bewunderung bin ich für die Tatkraft und Hilfsbereitschaft Eurer Ida. – Ihr wart bewahrt wie Ruges mitten in der brennenden Umgebung. Möge es weiter so bleiben, das ist meine Bitte an das Schicksal. – Seid herzlich gegrüßt.
Deine Käthe.