Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 29. Februar 1944 (Heidelberg)


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Heidelberg. 29.II.44.
Mein geliebtes Herz!
Ich las dieser Tage bei Shakespeare „man hofft und weiß, daß man fürchtet und man fürchtet und hört nicht auf zu hoffen“ – so geht es mir stündlich, und noch kam keine Nachricht.
Dagegen sagte mir eine Dame im Heim, die Wohnung meiner Geschwister sowie beide Kliniken meines Schwagers seien jetzt alle zerstört. Sie wohnten in der Küche und einer Rumpelkammer –?– Direkt hörte ich noch nichts, aber naturgemäß nehme ich neue Angirffe an und bin in Angst um Euch. – Hoffentlich ist es ohne Grund! – –
Der Aufenthalt der Nichte aus Wiesbaden hat mit der anstrengenden Auf
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|räumungsarbeit meine ganze Kraft erschöpft, und am 24. und 25. hatten wir fortgesetzt Alarme.
Heut reicht es nur zu diesem Zettel, der viele Grüße bringt und von meiner großen Sorge berichtet.
Deine
Käthe.

[] (Ein Päckchen mit Dextropur etc. ging am 22. eingeschrieben ab.)