Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Juli 1944 (Heidelberg, Feldpostkarte)


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Heidelberg. 24. Juli 44
Mein liebes Herz,
damit das Päckchen doch endlich fortkommt, rasch nur einen kurzen Gruß. Bei uns hat sich nichts ereignet, es war sogar mehrere Tage kein Alarm. Aber ein starkes Gewitter gab es auch hier. Für alle lieben Sendungen tausend Dank. Es war nur sonderbar, daß ich auch gerade vom Genius loci redete, ehe ich dem Wort in Deinem erinnerungsreichen Aufsatz begegnete. Wann reden wir mal von der Zukunft? Es kommt mir manchmal vor, als ob wir schon zu viel daran dächten und uns damit um das eigentliche Leben der Gegenwart brächten. Nach einigen Sommertagen sind heute nur 13°R und trüber Himmel. Wann wird er sich wieder einmal aufhellen? – Es freut mich, daß du Gefallen am Irmchen fandest. Die Töchter von Hermann, besonders die zwei Ältesten sind wirklich allerliebst. Mein Patchen Gisela ist – den Bildern nach – weniger hübsch, ich sah sie sehr lange nicht.
Der Honigkuchen soll an Freudenstadt erinnern, und an Buch sowie die ganze Gegend denke ich oft! – Viele, viele Grüße von
Deiner Käthe.

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|[re. Rand ] Das Gebäck war kein Schaubrot, sondern zum Essen.