Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Januar 1945 (Berlin, Postkarte)


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Nr. 5.
23.I.45.
M. L.
Der Briefverkehr hört also auf. Man wird Doppel- und Einzelpostkarten schreiben müssen. Die Wellen gehen einigermaßen hoch. Gestern ist, aus Posen flüchtig, die Frau unsres Zwangsmieters mit 7 Kindern (von 16 J. abwärts) hier eingetroffen. Es haben zu heute 17 Personen unter unsrem Dach übernachtet. Das geht vorüber. Indessen ...... Wir waren gestern in Potsdam. Sabines Mann zum Volkssturm-Wachdienst einberufen. Von Heinrich Scholz endlich Nachricht. Ob er in Hermsdorf bleiben kann? Bei Öppingers viel Krankheit der Kinder. – Es kann sein, daß wir hier früher ausscheiden als Ihr. – Jetzt gehen wir zum Standesamt, wo ich Trauzeuge für einen studierenden Oberleutnant sein soll. Meine Tätigkeit könnte wohl bald wegen des Lichtes ein Ende finden. Schreibe, solange Du noch kannst, damit ich weiß, wie es Dir geht. Herzlichste Grüße Dein Ed.