Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 17. Februar 1945 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


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Nr. 13.
Dahlem, den 17.II.45.
M. L!  Deine Datenangaben stimmen nicht und haben infolgedessen "nicht so viel Wert." Eingetroffen sind Karten vom 22.I. u. 25.I., Brief (Nr. 7) v. 31.I. und zuletzt Brief (Nr. 8) vom 5.II. Außerdem der Geburtstagsbrief für Susanne. Ich habe [über der Zeile] 11.II. Nr. 12 zum 25.II. geschrieben. – Neues ist von hier nicht zu berichten; ich schreibe nur wegen der Kontinuität. Wenke hat mir u. anderen Kollegen (auch Mein.) ein Schloß in Mainfranken, das einem seiner Kollegen gehört, als Zuflucht angeboten, außerdem noch etwas anders, besser Passendes bei Erlangen. Wir verharren beim Entschluß zu bleiben. Denn schon die Reise bedeutet Gefahr. – Eigentlich sind wir verpflichtet, weiterzulesen. Aber ungeheizten Hörsaal habe ich abgelehnt. – Annemarie Heß ist unterwegs nach Alpirsbach; der Sohn verwundet aus Ostpreußen herausgekommen nach Goslar. In Potsdam habe ich ein Wurm gesehen, das m. Großnichte sein soll. – Das Schicksal der Familie Weise erschüttert mich, soweit man noch fühlen kann; ebenso Fam. Specht.
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Zu den neuen Qualen gehören täglich 2 Stunden (unberechenbar wechselnd) ohne Licht. Ich kann auch bei Licht nichts Vernünftiges tun. Die Korrekturen waren zum Geleitwort Fichte; kann aber nicht mehr gedruckt werden. – Reichsdruckerei ist auch getroffen, wie die Akademie selbst. Es ist manchmal schon ein bißchen frühlingsmäßig. Was für ein Frühling!
<re. Rand>
Viele herzliche Grüße von uns beiden!
Dein Eduard.

[Kopf] Frl. Jung hat sich wieder eingefunden. Lektion erteilt.
[li. Rand von fremder Hand] (23.II.)