Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Februar 1945 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. 24.II.45.

No. 13.
M. l. H. Wie immer ist von hier nichts weiter zu mitzuteilen. Aber das Eintreffen der Karte No 13. vom 17.II. will ich melden, und das Gegenteil von den 300 M, nach denen ich heute wieder vergeblich auf der Sparkasse nachfragte. Oder hast Du sie am Ende auf die Dresdener Bank überweisen lassen. Man riet zu reklamieren. Euer Entschluß zu bleiben, entspricht auch hier der allgemeinen Stimmung. Ob es durchführbar bleibt, ist abgewartet. Jedenfalls ist es aber tröstlich, eine einigermaßen angemessene Zuflucht zu wissen. Übrigens hast Du doch eine Schwäche für Schlösser! Ob die Gefahr einer Reise größer ist als die des Bleibens läßt sich nicht im voraus sagen. – Was bei meinen Daten nicht stimmt, weiß ich nicht recht. Ich habe notiert Karte 4/21.I., 5/24.I. 6/29.I –  – dann die von Dir bestätigten Briefe. Danach noch 11.II.  15.II. Briefe, No 11 Karte vom 18.II., und der Brief 21.II. Aber es wird schon alles ankommen. Aber auch bei Dir stimmt es nicht mit den Nummern, Brief vom 5. war No 9, Karte vom 6. No 11.
Aber die Zeitung meldet wieder von einem Angriff bei Euch in der Nacht zum 23.II. – Derartiges gibt es bei uns nicht, wir sind nur Zuschauer. Wir werden aufgespart, wofür? Bei der Größe
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| Berlins ist vermutlich der Ort der Tat ebenso weit entfernt, wie das was wir von unsrer erhöhten Lage in der Ferne beobachtet. Aber Ihr seht nichts davon. – Hoffentlich gibt es nicht gerade morgen Vollalarm um die Kaffeezeit. Da kommen vermutlich einige der guten Freunde zu mir. Vor einem Jahr feierten wir noch mit Aenne am 2.II., obs diesmal auch für mich das letztemal ist? "Was auch geschieht – immerdar." – Von Berlin und Stolp noch nichts wieder. Seid herzlich gegrüßt alle beide, und Du nochmal besonders! Deine Käthe.