Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. Mai 1946 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


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Nr. 19.
Dahlem, Fabeckstr. 13,
den 21. Mai 46.
Liebste Freundin!
Deinen lieben Brief vom 5. Mai (= Nr 19) habe ich mit dankbarer Freude erhalten. Diese Karte kann leider nur erläutern, weshalb ich jetzt nicht schreiben kann. Seit gestern wissen wir, daß wir aus unsrem Keller heraus müssen. Ein Berg von Sorge und Mühe türmt sich also wieder auf. – Gestern war ich bei frischestem Grün noch in Schulzendorf, wo die französische Militärregierung jetzt ist. Diese Dinge treten jetzt gegenüber der nackten Existenzsorge in den Hintergrund, bewegen sich auch sonst nicht merklich. Mainz hat sich noch einmal gemeldet. Ich kann nicht einmal antworten. – Wir haben die beste Unterstützung für die Erhaltung der bescheidenen Räume. Nützen wird es schwerlich. Sei aber bei dieser neuen Pause nicht besorgt. Sobald ich einen Tisch und Tinte habe, kommt mindestens <li. Rand> eine Karte. Schreibe "einstweilen" unter der gleichen Adresse. Dank für Lebertran Nr. 2. Das muß aber die letzte Spende sein. Innigst
<re. Rand>
Dein Eduard.