Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. Juli 1946 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


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Dahlem, den 4. Juli 46.
Meine liebste Freundin!
Soeben finde ich Deinen lieben Brief vom 24./25.6. Ich hatte schon das Gefühl, daß mit der Wohnung wieder was unsicher war. Es gibt keinen Frieden. Laß Dir ja von Deinen Medizinern bescheinigen, daß Du arbeitest.
Mein Mitgefühl mit der Familie Drechsler! Hier war Litt mehrfach, endlich wohltuende Aussprache. Sonst sind Besuche jetzt nicht erwünscht. Du verstehst auch, daß ich keine Briefe schreiben kann. Meine Hoffnung, daß ich von Norden kommen könnte, leider unerfüllbar, weil technisch alles nur nach vorgeschriebener Methode geht. Dann also, wie sehnlichst gewünscht von Süden, sobald möglich. – Die ungeheuere Geburtstagskorrespondenz, an sich erfreulich, jetzt recht störend. Die Kräfte reichen gerade noch, kein Überschuß. Der 12.VII. wird allen recht schwer werden. – Es ist sehr warm, was Susanne regelmäßig krank macht. Meinen innigen Dank für die "Heimatbilder", schon auf der vorigen Karte (26.6.) ausgesprochen, wiederhole ich. Alles andere wortlos. Wir 3 grüßen <li. Rand> Dich herzlichst. Dein getreuester Eduard.