Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. Juli 1946 (Berlin/Dahlem, Postkarte)


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Dahlem, den 9. Juli 46
Meine einzige Freundin!
Soeben ist ein Brief von Frl. Silber aus Edinburgh gekommen, wo sie an der Univ. beschäftigt zu sein scheint. Es sind herrliche, gemäßigte Sommertage; schade, daß wir sie nicht genießen können. So ohne Teppich, ist nicht angenehm. Am Sonntag habe ich noch im Pestalozzi-Fröbelhause über die Frage der deutschen Schuld geredet. Seit gestern wüster Betrieb im Hause, nicht sehr nervenfreundlich. – Mainz hat sich wieder lebhaft beworben. Aber da bestehen doch Bedenken, schon klimatisch. – Wie mag es Dir gehen? Tust Du alles für die Schonung Deiner Kräfte, was möglich ist? Hast Du Hermann zu s. Geburtstag geschrieben? Ich habe es immer noch nicht getan – die Unruhe ist zu groß. Ich wollte Dir nur ein Zeichen des Gedenkens geben. Wann es ankommt, ist ja ganz fraglich. Wir 3 grüßen Dich herzlichst. Morgen werde ich nach Frohnau fahren. Innige Wünsche
<li. Rand>
Dein Eduard.