Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Juli 1946 (Tübingen, Postkarte)


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Tübingen, Uni, 27.7.46.
Meine einzige Freundin! Heute Vorm. erhielt ich auf der Uni. die mich im wesentlichen beruhigende Karte, daß der Umzug relativ glimpflich verlaufen ist. Suche doch ja erst den Kraftverlust etwas auszugleichen! Bei uns steht es weniger gut. Wir werden jetzt zum 2. Mal aus der provisor. Unterkunft herausgeworfen. Im Augenblick schreibe ich vom Bett aus auf der Nachttischplatte. Eine definitive Wohnung – so gut wie aussichtslos. Endlose Petitionswege. Verpflegung, besonders am Sonntag – kaum zu erhalten. Bisher nur Frau Oest. gesprochen; sehr nett. Morgen bei ihnen. – Hübsch war aber folgendes: 24.VII. Bahn bis Oberndorf, 4 Stunden (wie wir) s. Z. über die Berge nach Alpirsbach. Sehr angenehm untergebracht u. versorgt in einem neuen "Waldhotel". Tochter Haide, – Sohn Günther ist einzige Kraft auf 1 Hofe in Schönberg – waren auch da. 26.VII. Kinzig aufwärts bis zur Quelle, Loßburg-Rodt, durch Wald bis Freudenstadt. Hinterm
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| Rappen beginnt die Trümmerwüste. Kampf um Omnibus nach Dornstetten. Von dort Bahn über Horb. Herrlichstes Wetter. Alles gut geleistet, Rucksack allerdings trug Ida. – Welcher Reichtum an Erinnerungen!! – Jetzt gehe ich zu Axel v. Harnack. Viel treue Grüße v. uns dreien.
<re. Rand>
Dein Eduard.