Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 21. Juli 1946 (Heidelberg, Postkarte)


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M. l. H. Also gestern am 20. sind die Möbel in die neue Wohnung gekommen! Ich habe bei jedem Fortschritt in der Sache gedacht: wärt Ihr doch auch schon so weit! Ich weiß aber noch nicht einmal, wie Deine Reise war und wie Du S. u. I. getroffen hast? Dein lieber Besuch ist wie ein Traum vorübergegangen, aber, wie Du weißt, habe ich bisweilen bedeutungsvolle Träume. Wie lieb ist mirs, daß Du den Raum kennst, in dem ich in Zukunft hausen werde. Noch ist Interregnum, bis alles geordnet ist. Es hat sich gut und hübsch einrichten lassen und nicht zu gedrängt. Bei der Hülfe von allen Seiten habe ich es recht bequem gehabt und mich unerhört schonen können. Sorge auch Du für Deine Gesundheit, so viel es irgend geht. War die Unterbrechung hier keine zu große Anstrengung? Es war so schlimm, daß ich Dir garkein Behagen bieten konnte. In Zukunft steht Dir das Zimmer zur Verfügung, und ich bin solange bei den Freunden zur Nacht. – Das Wetter hat sich gebessert, aber etwas Regen kam doch beim Umzug. Alles in allem bin ich zufrieden und dankbar, daß sich die Sache günstig entwickelt hat. Mein ständiger Wunsch ist nur, Ihr könntet das auch sagen! – Frau Kirchenrat v. Sch. spricht von einem Prof. Müller, der ihr Wahlneffe ist und dort Dein Kollege sein wird. Hat man sich Deiner <Wort unleserlich> angenommen?
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Ich bin ganz erfüllt von der Hilfsbereitschaft aller in dieser Notzeit. – Diese Karte ist der erste Versuch Dich brieflich zu erreichen. Es verlangt mich sehr von Eurem Ergehen zu hören. Vorher hatte ich keine Zeit von früh bis spät. Von Dir sind zwei Karten eingetroffen,x [Fuß] x vom 5.7. und 9.7. (seit 27.6.) dazwischen muß etwas fehlen.
Bald schreibe ich wieder, heut nur noch viele Grüße und treue Wünsche von
Deiner
Käthe.