Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. August 1947 (Freudenstadt, Postkarte)


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Freudenstadt, am 31.VIII.47.
M. L!  Das Wetter bleibt unverändert herrlich. Die Fernsichten am Abend sind unbeschreiblich schön. Und der Ort, besonders hier oben, ganz still. Vorgestern sind wir mit dem Omnibus, weil die Kraft hin- u. zurück nicht mehr reicht, nach Baiersbronn gefahren. Den "Ochsen" fanden wir wohl, aber – als Brandstätte. Nicht vom Krieg. Ein alter Mann erzählte, es sei vor 3 Jahren beim Auftauen der Wasserleitung ein Brand entstanden. Über das Todesjahr des alten Faißt wußte er nichts Genaues. Oben "Schönblick" (zuletzt dem Kyffhäuser-Verband gehörig), ist halb zugewachsen. Wir gingen den bekannten Weg durch den Wald bis zur Jaspishütte. Beim Fernblick auf die Stadt würde man die Zerstörung kaum merken, wenn man sie nicht an den Kirchtürmen sähe. – Soeben kommt der Vollmond ganz rot aus dem Stokinger-Walde empor – ein feierlicher Abschluß des Tages. Susanne war gestern noch einmal in Alpirsbach. Mir ging es nicht besonders, ich wan<li. Rand>delte um die Hoff- u. Heinzelmannhäuser herum. Heute in Oedenwald mit neuem Gasthaus. Übermorgen (2.9.) Rückkehr. Innigstes <re. Rand> Gedenken, Wünsche u. Grüße Dein Eduard u. Susanne.
[Kopf] "Ida Melzer"

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| 1.9. Eben kommt Dein lieber Brief vom 26.8., der mich sehr beglückt hat. Er hat uns gerade noch erreicht. Ob ich in den 4 Tagen in Tübingen zur Antwort komme?
D. U.