Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 26. Juli 1947 (Heidelberg, Postkarte)


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H. 26. Juli 1947.
M. l. H!
Gerade kam ich vom Paßamt, wo ich den Passierschein für den 1.VIII. beantragte, da fand ich zuhaus Deine liebe Karte vom 24.7., die mir sagte, daß alles ganz gut klappt. Seitdem ich den raschen Entschluß gefaßt hatte, ist mir nun auch der Mut gewachsen, und ich hoffe, daß wir uns noch für den endgültigen Tag gut verständigen werden. Es muß ja nun nicht der 1. sein, wenn ich mit der Zeichnerei zu sehr ins Gedränge komme. Wir haben hier einen etwas größeren Spielraum. Denn es ist noch eine Zeichnung mehr, als ich berechnete, weil der Chef von Dr. Siebeck die Stellung, die er angegeben hatte, nicht gut fand. Und ich möchte nicht garzu abgehetzt zu Euch kommen. Auch müßt Ihr große Nachsicht haben mit meiner abgerissenen, heruntergekommenen Garderobe. – Wegen der Fahrt werde ich mich nun eingehend erkundigen. – Der Besuch von Herrmann war eine innige und wehmütige Freude. Er kam sehr befriedigt von der Hochzeitsfeier. Alles Nähere erzähle ich dann. Er ist noch immer der Alte in seiner oft unberechen
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| baren, naiven Art, die ihre eigenen Wege geht. Aber er ist ein lieber, tapferer Mensch. – Welcher Tag wäre Dir am angenehmsten für mein Eintreffen? Ich habe gern noch 3–4 Tage für meine Arbeit und dann das Ordnen für die Reise etwa 2 – wäre der Montag recht? d. 4.VIII.? Der Schein gilt für 4 Wochen, also er reicht für jedes Verschieben. Herzliche Grüße <Kopf> von D.K.