Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 27. Juli 1947 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. 27. VII. 47.
M. l. H. Eigentlich hatte ich gestern noch einmal einen Brief schreiben wollen, aber bei der Hitze reichte die Kraft nicht. Also vertröste ich Dich und mich aufs "Mündliche". Morgen denke ich den Passierschein abzuholen und die Zugverbindung genau festzustellen. Das melde ich dann noch per Karte, und nur im Falle irgend welcher Verhinderung käme ein Telgramm. Heute will ich nur Dank sagen für allerlei liebe Sendungen, die im Trubel der Ereignisse vielleicht unerwähnt blieben. Erstlich die 2 blauen Exemplare der Magie, die pünktlich eintrafen. Dann heute die vorsorglichen "Reisespesen", und ebenfalls heute ein feines Päckchen Kaffee. Habe ich seit Deinem letzten lieben Brief schon geschrieben? Jedenfalls für alles von Herzen Dank! Diese Woche wird noch recht ausgefüllt sein mit Vorbereiten und Bedenken. Am 1. ist noch Miete zu zahlen und Rente abzuholen, vor allem ist noch die Zeichnerei abzuwickeln. Alles geht langsam bei mir, auch die häusliche Arbeit, und die Garderobe muß zum Teil unbedingt gewaschen und gebügelt werden, das kostet Zeit. – Mit Hermann war es sehr gemütlich; aber für ihn das Wiedersehen mit so manchem alten Erinnerungsstück auch schmerzlich. Inzwischen hatten wir hier noch viel Trara mit Brückeneinweihung. Schön, daß diese Zierde der Stadt wieder hergestellt ist. – Vorhin hat Dr. M. Abschied genommen vor einer Abreise an die Nordsee
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| wohin es ohne feste Unterkunft mit einem Bekannten geht. Es ist gut, daß er endlich zu einer Erholung kommen soll, er braucht es. – Das können wir ja wohl auch von uns sagen! Ich hoffe, daß dazu vor allem die Freude des Wiedersehens helfen wird.
Grüße Deine Hausgenossen und sei vor allem selbst gegrüßt von
D. K.