Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 1. August 1947 (Heidelberg)


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Heidelberg. 1.VIII.47.
Mein liebes Herz,
also hoffen wir, daß es am 8.VIII. mit dem Wiedersehen klappt! Ich hatte alles möglichst beschleunigt, damit ich nicht für Eure üblichen Reisepläne hinderlich würde. Nun war es also doch nicht das Richtige. Erst war ich gestern etwas aus der Fassung geraten, da nun all meine schlauen Berechnungen und Entschlüsse verkehrt waren. Aber die liebe Karte, die ich heute bekomme, läßt mich annehmen, daß alles "in Ordnung geht", wenn ich Deine Vorschläge befolge. – Ich hatte hier 6.42 abfahren wollen, um nicht so in die heiße Zeit zu geraten, aber die Ankunft 14.13 wäre wahrscheinlich ungünstig am 8. – Und außerdem würde es [über der Zeile] über eine Stunde Fahrt mehr ausmachen, das wäre kein Gewinn. Ich denke also, am 8.VIII. um 11.13 abzufahren. Vielleicht bringt mich der immer so freundliche "kleine" Matussek in den Zug; er hat seine Hilfe an
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|geboten. Ich habe meine Lebensmittelkarten gegen Bescheinigung eingetauscht, Marken wollen sie nicht geben, und es heißt bei Euch gelten sie doch nicht. Ich bekäme dort auf den Schein das, was mir zusteht. Das melde nur, damit Susanne Bescheid weiß. Ich bekäme es für 1 Woche auf dem Amt in Marken.
Hoffentlich ist also der Vortrag vorbei, wie vorgesehen und Du bist durch mein Kommen nicht dabei beunruhigt. Meine Arbeit kann dann auch mehr als fertig sein und es liegt eine schöne Zeit vor uns!
Grüße Susanne vielmals und – freue Dich ebenso wie ich mich freue!
Sehr begierig auf die Ferienstimmung grüßt Dich
Deine
Käthe.