Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 29. September 1947 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. R. 29.9.47.
M. l. H. Um eine längere Pause im Schreiben zu vermeiden, will ich heut lieber noch eine Karte zuhilfe nehmen, und Dir einen – wenn auch kurzen Gruß – schicken. Um 12 Uhr fuhr Gretel Schwidtal wieder ab, nachdem sie von Sonnabend nachmittag hier war. Sie ist ein lieber und bequemer Besuch, und ich habe – wie ich hoffe: mit Fassung – die sehr fühlbare Bedrückung ertragen. Jetzt atme ich auf und hoffe, es soll so bald nicht wieder vorkommen. Denn im Grunde ist solch Überfall bei den jetzigen Verhältnissen in meinem einem Zimmer unerträglich. Zudem war ich noch garnicht wieder wohl. Aber seit heute mache ich doch entschieden Fortschritte mit der Besserung. Eine Freude hilft dazu mit, das ist die Ankunft Deiner Drucksache, die ich nun ungestört zu lesen hoffe. – Am Nachmittag war ich bei Frau Dr. Frobenius zum 82. Geburtstag ihrer Mutter, einer Frau Ghr. Venediger, wo es ein wirklich hübsches Zusammensein gab, und außerdem guten Kuchen. –
Außer dem Logiergast waren gerade einige Pfund Pfirsiche und 10 <altes Pfundzeichen> Kirschäpfel zu
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| versorgen, Wäsche war eingeweicht, kurz, es kommt stets alles zusammen. – Von Hermann ist noch keine Nachricht über seine genauen Pläne da. Es macht mir Sorge, daß da rechte Schwierigkeiten für ihn bestehen, die er anfangs unterschätzt hat. Sein Besuch wird dadurch weniger störend werden, daß er in unserem Stockwerk logieren kann. – Für heute also nur dies kurze Lebenszeichen und herzlichen Dank für liebe Sendung. 3 Grüße und noch einen besonders <li. Rand> von Deiner Käthe.